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2020

Sechs Holzwürfel auf einer Zeitung bilden das Wort „Presse

MITNETZ GAS liefert erste Erkenntnisse zum Wasserstoffprojekt „HYPOS: H2-Netz“

Nach rund einem Jahr Betriebserfahrung im Wasserstoff-Forschungsprojekt „HYPOS:H2-Netz“ legt MITNETZ GAS erste Ergebnisse vor. Der Betrieb der Testinfrastruktur im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen läuft dabei planmäßig und liefert wichtige Erkenntnisse bei der Verwendung und Verteilung von Wasserstoff im Netz. Folgende Zwischenergebnisse kann MITNETZ GAS bisher festhalten:

  • Der Betrieb der Gasdruckregel- und Messanlage (GDRMA) inklusive einer Wartung Anfang Mai 2020 zeigt, dass die Anlage den Betriebsanforderungen für Wasserstoff gewachsen ist.
  • Alle Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen werden entsprechend dem DVGW-Regelwerk durchgeführt. MITNETZ GAS inspiziert die Anlagen jedoch in häufigeren Zyklen als gewöhnlich zum Sammeln von Erfahrungen. Im Ergebnis gibt es aktuell keinen erhöhten Aufwand bei Wasserstoffanlagen im Vergleich zu Erdgasinfrastrukturen.
  • Während der im Mai 2020 durchgeführten Wartung konnten die gesammelten Erkenntnisse aus dem Betriebszeitraum bestätigt werden. Die Funktionsweise der verbauten Komponenten nach einem Betriebsjahr ist weiterhin gegeben.
  • MITNETZ GAS wies mit einer Störfallsimulation nach, dass die sicherheitstechnischen Einrichtungen reibungslos funktionieren. Während der Simulation kam auch die eigens für den Netzbetrieb entworfene Wasserstofffackel zum Einsatz. Die Fackel sorgt bei Betriebsführungstätigkeiten für die sichere Verbrennung von Wasserstoff.
  • Die Riechbarmachung des geruchlosen Gases Wasserstoff stellt einen weiteren Forschungsschwerpunkt dar. In der ersten Phase wurde das Odoriermittel „Gasodor S-Free“ mit hohen Wiederfindungsraten erfolgreich getestet. Aktuell wird das Odoriermittel „Scentinel 1009“ auf seine Eignung untersucht. Insgesamt testet MITNETZ GAS Rahmen des Projektes mit den Projektpartnern vier Odoriermittel.
  • Die hochdichten Kunststoffrohrleitungen im Verteilnetz und in der Inneninstallation haben den Einsatzbedingungen nach einem Jahr Betriebszeit störungsfrei standgehalten und weisen in Bezug auf die Durchlässigkeit keine sicherheitsrelevanten Verlustmengen in Form von Permeation oder Leckage auf.

Das Projekt „HYPOS:H2-Netz“ mit Partnern läuft noch bis Ende 2021. Ziel ist, in einem realen Versuchsfeld Energieträger und Infrastruktur technisch, wirtschaftlich und ökologisch zu bewerten.

Das Wasserstoffdorf befindet sich auf einem 12.000 Quadratmeter großen Gelände in der Chlorstraße. Das Projekt „HYPOS: H2-Netz“ umfasst die Entwicklung der Verteilnetzstruktur, die Errichtung der Anlagen und die Anbindung und Versorgung von Wasserstoffendverbrauchern. In der Bauphase testete dabei MITNETZ GAS außerdem verschiedene Verlegetechniken und neue Materialien und definierte die erforderliche Sicherheitstechnik.

Projektpartner von MITNETZ GAS sind die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, die Rehau Unlimited Polymer Solutions AG + Co, die TÜV SÜD Industrie Service GmbH und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Das Budget beträgt insgesamt rund 3,8 Millionen Euro. 

Seit 2013 beschäftigt sich das Projekt HYPOS (Hydrogen Power Storage & Solutions) East Germany mit dem Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft im mittel- und ostdeutschen Raum. Die über 100 Mitglieder des HYPOS e.V. – eines davon ist MITNETZ GAS – bündeln darin ihre Kompetenzen aus Forschung und Praxis im Wasserstoffsektor. Derzeit sind 32 Einzelthemen unter dem Dach des HYPOS e.V. in Form von Teilprojekten vereint.

Pressekontakt

Cornelia Sommerfeld
Pressesprecherin
Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH
T 0345 216 2075
E Cornelia.Sommerfeld@mitnetz-gas.de
I www.mitnetz-gas.de

Hintergrund

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH (MITNETZ GAS) mit Sitz in Kabelsketal ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH (MITGAS). Als Verteilnetzbetreiber ist MITNETZ GAS für Planung, Betrieb und Vermarktung der gepachteten Netze verantwortlich. Die Gasnetze haben eine Gesamtlänge von rund 7.000 Kilometern und erstrecken sich über Teile der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.